Los-Atmen Atmen Gesundheit Natur Freiheit

„Los-atmen“

Schmerz, Wut, Trauer. Emotionen sind mitunter sehr heftig. Können krass in unser Leben eingreifen. Manches Mal wissen wir nicht einmal, wo genau unsere Gefühle überhaupt herkommen. Da ist sie, die Eifersucht, während wir es eigentlich besser wissen. Die Wut, augenscheinlich unbegründet. Aber es gibt eine gute Nachricht. Wir können etwas tun. Wir können fern ab vom Kampf die unerwünschten Emotionen nicht nur eliminieren, wir können durch diesen Trick auch feststellen, wo sie herkommen, diese Energien des Schmerzes.

Wir können lernen, uns selbst zu helfen.

Eine Geschichte

„MAAAAMAAAAAA!! WUAAAAHHHH!!!!“ Tina wusste im ersten Augenblick nicht, wo das Gebrüll ihrer kleinen Tochter herkam. Sie lokalisierte es schließlich im Garten. Sie ließ ihren Wäschekorb fallen, der voll mit frisch gewaschener Wäsche in der Sonne aufgehängt werden wollte und rannte zur Terrassentür. Tina fand ihre Tochter schreiend unter der Schaukel, wie sie sich ihr Knie hielt – und plärrte, lauter als eine Baustelle im Sommer – mit Schlagbohrer.

„Oh Gott, was ist passiert?“ Tina hob ihre kleine Tochter Lena auf und setzte sie sich auf ihr Knie. Aus dem Mädchen kam abwechselnd ein Schluchzen, dass zwischendurch immer wieder aufheulte und in einem Nasenschniefen starb. Schschsch… alles nicht so schlimm. Siehst du?“ Tina pustete über das Knie ihrer Tochter. „Da, Schau mal, da fliegt das Aua davon. Hoch oben ist es schon, da! Im Baum!“ Die kleine Tochter blinzelte in die Sonne, schniefte und nickte. „Kannst du es sehen?“ Fragte Tina. Lena nickte und lächelte. „Gut!“ Sagte Tina. „Das Aua ist jetzt weg und das kommt auch niemals wieder!“

Fliegende Aua`s und Emotionen

Jetzt fragen Sie sich, was fliegende Aua’s mit Emotionen zu tun haben? Ich werde es Ihnen erklären, denn das ist ein fabelhaftes Bild für Ihre eignen, persönlichen „Aua’s“.

Schmerz, psychisch oder auch physisch, möchte etwas mitteilen. Wenn Ihnen Ihr Bein schmerzt und komisch absteht wissen Sie, es ist gebrochen. Das ist noch einfach, Sie fahren in ein Krankenhaus. Wenn Ihnen übel wird, kann das entweder an einem verdorbenen Essen oder an einer Situation liegen. Jetzt müssen Sie überlegen, zu welchem Arzt Sie fahren. Allgemeinmediziner oder Analytiker? Schon schwieriger. Aber wenn Sie wütend, verletzt, eifersüchtig oder auf 180 sind – stellen Sie sich erst gar nicht die Frage ob Sie zu einem Arzt gehen. Sie „fressen“ die Emotion in sich hinein, rasten aus oder lenken sich ab. Ihre negativen Emotionen, der Schmerz, der dahinter steht, ist allerdings in gleichem Maße eine Mitteilung, das etwas nicht stimmt. Der Trick ist die Verbildlichung:

Sehen Sie den Schmerz als eine „Lena“. „Lena“ möchte Ihnen zeigen, dass etwas nicht stimmt. Ihr Job ist es, „Lena“ wahrzunehmen und ihr über das Aua zu pusten, damit es wegfliegen kann. Erst dann kann „Lena“ weiterspielen und fröhlich sein.

Eine Anleitung

Vielleicht sind Sie geübt in der Meditation, dann wird es Ihnen leichter Fallen dieser Anleitung zu folgen. Aber auch ohne Vorerfahrung, gelingt dies in den meisten Fällen spätestens beim zweiten Versuch. Geben Sie nicht auf! Der Lohn dahinter sind „Knie“ ohne Narben!

Der Atem

Unsere Atmung ist derart wichtig, dass wir nur ein paar Minuten ohne am Leben bleiben. Wir nutzen die verschiedenen Atemtechniken für die Entspannung, für mehr Energie und wir können uns sogar aggressiv – und auch gesund – atmen.

Wir nutzen den Atem auch für das Pusten. Achten Sie einmal auf die Wirkung Ihres Atems, gleich jetzt sofort! Schließen Sie die Augen und lassen Sie durch sich atmen. Allein bei der Betrachtung des „geatmet – werdens“, entspannt man sich um 45 Grad.

Die unerwünschte Emotion erfassen

Ich werde Ihnen den weiteren Verlauf am besten anhand eines Beispieles erklären. Nehmen wir einmal an, Sie reagieren ständig über, in Bezug auf Ihren (Ehe-) Partner. Er bleibt vielleicht länger auf der Arbeit, der beste Freund / die beste Freundin ist Dauergast, dass Hobby weitaus wichtiger als gemeinsame Unternehmungen. Kurz: Sie fühlen sich zurückversetzt, zu wenig beachtet, dafür was Sie alles tun. Und statt 10 SMS am Tag kommen nur noch drei. Noch kürzer: Sie sind eifersüchtig. Sie sind eifersüchtig auf nahezu alles und jeden, der Ihnen die Zeit und die Aufmerksamkeit des Partners stiehlt. Je mehr Sie sich bemühen, umso schlimmer wird es. Der Partner fängt plötzlich an auch noch Angeln zu gehen oder Briefmarken zu sammeln. Ein Paradox, im ersten Augenblick. Im zweiten Augenblick sehen Sie sich gescheitert, wertlos und zum Affen degradiert. Damit ist die Tür für eine Depression oder eine Trennung weit geöffnet. Oder für beide.

Das Loslassen

Suchen Sie sich hierfür einen Ort, an dem Sie die nächsten 20 Minuten vollkommen ungestört sein können. Das kann in Ihrem Zuhause oder auch in der Natur sein. Die Natur ist immer vorzuziehen, das gelingt manchmal aber nicht. Wenn Sie diese Übung Zuhause machen, sorgen Sie dafür, dass sie Niemand stört. Kein Telefon, kein Kind, keine Klingel, nicht einmal die Katze. Pflanzen und Steine sind okay.

Machen Sie es sich bequem. So, wie es Ihnen gefällt.

Schließen Sie Ihre Augen und lenken Sie Ihre Konzentration auf Ihren Atem. Beobachten Sie, wie er durch Sie hindurch fließt. In diesem Augenblick SIND Sie. Mehr nicht. Sie werden feststellen, dass sich Ihr Puls verlangsamt. Bilder kommen in den Kopf, Bilder gehen. Sie ziehen vorbei wie Wolken. Emotionen kommen, Emotionen gehen. Sie wehen vorbei wie der Wind. Manche Emotionen und Bilder schaffen es Sie zu berühren, andere bemerken Sie kaum.

Wenn Sie in-sich sind, rufen Sie sich bewusst und bestimmt die Situation ab, die Sie so aufgeregt hat. Beobachten Sie sie. Beobachten meint nicht einsteigen. Sie beobachten Ihre Emotionen genauso wie jemand, der am Flughafen in einem Café sitzt und die Flugzeuge beobachtet, die landen und wieder wegfliegen. Nichts weiter.

Die Emotion wird jetzt und in diesem Augenblick die „Lena“, die sich ihr Knie aufgestoßen hat. Sie selbst werden zur „Tina“, die es wahrnimmt. Es wird jetzt in diesem Augenblick schon weniger schmerzhaft, wie Sie feststellen werden, rein durch das betrachten! Geben Sie keine weitere Energie in die Emotion. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit! Lassen Sie „sich weiter atmen“ und wenn Sie das Gefühl haben, das „Aua“ ist davon, können Sie wieder auftauchen. Sie fühlen Sich weitaus leichter und befreiter, stimmt`s?

Für Fortgeschrittene

Wenn Sie ein bisschen geübt sind, wird es Ihnen immer leichter und schneller gelingen, diese kleinen Teufel hochzuscheuchen. Manche werden wieder kommen. Dann ist es ein Zeichen, dass etwas ganz anderes hinter den immer wiederkehrenden Emotionen steckt.

Sie können im Geiste weiter gehen. Sie können sich selbst fragen: „Wo liegt die Ursache meiner Eifersucht?“ Ihr Unterbewusstsein spricht oft in Bildern zu Ihnen. Manchmal nicht sofort, manchmal dauert es und die Antwort kommt im Traum, auf dem Klo oder beim Abwaschen. Es können Erinnerungen auftauchen, etwa, wie Sie um die Aufmerksamkeit eines Elternteils „kämpfen“ mussten. Etwa, wie Sie bestraft wurden, wenn Sie nicht das getan haben, was den Eltern vorschwebte. Vielleicht kommt eine Erinnerung an eine Liebe, die sich von Ihnen trennte. Ein Umzug. Denn: Eifersucht hat etwas mit Verlustangst zu tun. Wir klammern, weil wir Angst haben, etwas zu verlieren.

Sie können weiter mit Ihrem Atem arbeiten. Sie können sich vorstellen, wie Sie, nachdem Sie das Problem neutral betrachtet haben, die Erinnerung / Emotion / Schmerz ausatmen. Füllen Sie Ihre Lungen mit dem Gegenteil: wenn Sie Eifersucht auflösen möchten, atmen Sie Liebe oder Gleichgültigkeit. Wenn Sie Wut ausatmen wollen, atmen Sie Harmonie oder Neutralität ein. Mit etwas Übung gelingt das auch an der 30sten roten Ampel im Stadtverkehr. Alles, was Ihnen dazu einfällt, ist gut. Es gibt nur eine Regel. Die ehrliche Absicht. Sie können in Farben atmen, in Gerüchen. Sie können Dämonen aus – und Engel einatmen. Ganz gleich, was Ihnen hilft, es hat recht.

Fazit

Loslassen hat viel dem Erkennen der Ursache zu tun. Das geschieht immer von Innen nach Außen. Denn wie es im Kleinen ist, so ist es im Großen. Sie können nicht die ganze Welt ändern. Sie können immer nur Ihre eigene Welt ändern und sich dann freuen, wenn sich irgendwer davon begeistern lässt.

Erwarten Sie keine Wunder aber es ist wie die Geschichte mit dem Glas: Sie müssen viel sauberes, frisches Wasser in ein Glas mit Dreck gießen, bis es sich das Wasser in das Gewünschte getauscht hat. Und je mehr Sie das tun, das Los-lassen üben und atmen und auch das beobachten ohne zu agieren, desto mehr werden Ihre „Knie“ sauber und heile bleiben.

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