verschiedene hands berühren sich - was ist bedingungslose Liebe

Was ist bedingungslose Liebe?

Bei dem Gedanken an eine perfekte Beziehung spielen gegenseitige Zuneigung, Wertschätzung und Akzeptanz eine wichtige Rolle.

Aber besonders Filme, Bücher und romantische Serien zeichnen noch ein ganz anderes Bild der Liebe. In einigen dieser Geschichten wird die bedingungslose Liebe als romantisches Ideal dargestellt.

Diese Filme gehen von einer romantischen Liebe voller Zuneigung und Einverständnis aus. Wenigstens ist das der Zustand, den alle Liebespaare bei einem Happy End am Ende des Filmes erreicht haben.

Andere nicht ganz so verklärte cineastische Liebesgeschichten zeigen eine Kehrseite der bedingungslosen Liebe auf, die nicht auf Gegenseitigkeit beruht. In jedem Fall stellt sich aber die Frage, was bedingungslose Liebe ist und ob es wirklich erstrebenswert wäre sich bedingungslos zu verlieben.

Bedingungslose Liebe muss mehr sein, als die bloße Zuneigung zwischen zwei Menschen.
Ab wann verändert sich diese Zuneigung, sodass man von Liebe spricht?

Und wenn es Bedingungen gibt, die eine Liebe erfüllen muss, kann es eine bedingungslose Liebe überhaupt geben?

Bedingungslose Liebe als Idealzustand

Mutter und Tochter machen einen Spaziergang

Den Gedanken an bedingungslosen Gehorsam findet die abendländische bzw. christliche Glaubenslehre keineswegs unangemessen. Dabei gibt es auch in der Bibel zahlreiche Regeln, die erfüllt sein müssen.

Die wohl bekannteste besagt, dass die Nächstenliebe mit der Selbstliebe gleichgestellt sei. Formuliert man diese Regel um, so besagt sie nichts weiter, dass die Nächstenliebe mit der Selbstliebe steigen und fallen sollte.

Wäre dieser Grundsatz erfüllt, so die biblische Lehre könnten die Menschen glücklich und ohne Schmerz zusammenleben.

Auf den ersten Blick sieht diese Regel nach einer Bedingung aus. Und dieser Blick täuscht nicht. Allerdings handelt es sich hier nicht um Bedingungen, die der Liebe gestellt werden, sondern lediglich um eine Voraussetzung, die Menschen glücklich miteinander Leben lassen soll.

Die Liebe ist hier nicht an Auflagen geknüpft sondern gilt als Grundvoraussetzung oder gegebene Tatsache.

Das macht sie aber nicht bedingungslos, sondern nur zu einer natürlichen und unvermeidlichen Begebenheit.

Widerstreitende Ansichten

Mann und Frau - mehr als der kleine Unterschied

Obwohl das Christentum anfänglich erstaunlich gute Ansätze für die Erklärung der bedingungslosen Liebe bot, fällt sie sich selbst ins Wort, in dem sie die Liebe all zu oft definieren möchte.

Das bekannteste Beispiel ist wohl Paulus‘ erster Brief an die Korinther. In Kapitel 4 Vers 13 beschreibt er die Liebe folgendermaßen:
Die Liebe ist langmütig und freundlich, eifert nicht, treibt nicht Mutwillen. Sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit.

Zweifellos dienen diese Versuche als Erklärung für den Liebesbegriff.

Aber durch Erklärungen schafft man auch Bedingungen oder Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Dadurch verliert die christliche Liebe das Attribut der Bedingungslosigkeit.

Bedingungslose Gottesliebe?

Sonnenhüte violette Blüten

Die Hauptmotivation für den bereits erwähnten und geforderten bedingungslosen Gehorsam ist das Versprechen einer bestimmt erfolgenden bedingungslosen Gottesliebe.

Aber wieviel steckt hinter diesem Versprechen?

Kann die Liebe eines Gottes frei von Bedingungen sein, wenn bei einem Regelverstoß Strafe oder Verdamnis droht?

Wären nicht außerdem der Schmerz des Jesus Christus vollkommen unnötig gewesen, wenn die Zuneigung eines allmächtigen Gottes bedingungslos gewährt würde?

Was ist bedingunglose Liebe, wenn erst ein Mensch sterben muss, damit eine Vergebung erreicht wird?

All diese Fragen lassen schon erahnen, dass auch die Gnade eines christlichen Gottes nicht ohne Bedingungen auskommt.

Außerdem gäbe es einige, die dem Gedanken an eine Gottesliebe skeptisch gegenüberstehen, da sie auch nicht an die Existenz eines Gottes glauben.

Darum kann die Liebe, die in religiösen Werten begründet liegt nicht die Antwort sein.

Ein neuer Ansatz

Nachdem der erste Teil des Textes sich mit den religiösen Liebesvorstellungen des Christentums befasst hat, sollte man die Frage was ist bedingungslose Liebe vielleicht aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Zum einen stellt sich doch die Frage, ob es sie jemals gab, zum anderen aber auch die Frage, ob es sie jemals geben könnte., wobei letztere Frage wohl überflüssig wäre, wenn die Antwort auf die erste Frage positiv ausfiele.

Zu Beginn der Menschheit ist es höchst fragwürdig, ob es die Liebe überhaupt gegeben hat bzw. ob sie tatsächlich bedingungslos war. Beziehungen waren vermutlich leichter aufgebaut, weil sie nicht auf Zuneigung, Akzeptanz oder glücklich sein ausgelegt waren.

Stattdessen ging es vielmehr um den Fortbestand der Art. Dies war zwar nur eine, gleichzeitig aber auch die wichtigste Bedingung für unsere Vorfahren, weshalb die Frage nach der bedingungslosen Liebe zu dieser Zeit generell überflüssig ist.

Eine Form der Liebe, die sicher unabsichtlich verbreitet gewesen sein könnte wäre die Selbstliebe. Da diese aber mit einem hohen Selbstbewusstsein verknüpft ist, kommt auch die Selbstliebe nicht ohne Bedingungen aus.

Ein antikes Liebesbild

mit Wasserperlen überzogene pinke Rose

In der Antike formten sich nicht nur die ersten Religionen und Baustile, man begann auch über die Welt nachzudenken. Die Götter dieser Zeit liebten auf keinen Fall bedingungslos.

Stattdessen verhängten sie Strafen oder stellten Prüfungen, die die Menschen zu bestehen hatten. Dennoch veranlassten diese Götter die Menschen auch dazu, über ihre Welt nachzudenken und damit auch über die Frage, was denn Liebe sei und ob sie auch bedingungslos sein könne.

Der Gedanke, dass es Liebe gab, blieb unbestritten. Doch dann stellte sich die Frage, wieso der Mensch dann nach ihr suchen müsse.

Die Antwort darauf liegt im sogenannten Kugelmenschen-Mythos begründet. Die Kugelmenschen waren nicht mit den damals lebenden Menschen verwandt.

Sie hatten eine eigene Physiognomie, die der des Menschen nicht ähnelte. Eines aber war bemerkenswert: Anfangs traten sie immer paarweise auf. Sie bestanden aus zwei Hälften, die sich gegenseitig ergänzten und vervollkommneten.

Doch irgendwann schafften es diese Kugelmenschen, mit ihrem Verhalten den Göttervater Zeus zu erzürnen, sodass dieser sie bestrafte.

Er trennte die Kugelmenschen voneinander und sorgte dafür, dass sie sich nicht wiederfinden konnten. Voller Schmerz und Kummer versuchten sie es trotzdem.

Diese Geschichte war die Antwort auf die Frage, warum der Mensch nach Liebe sucht. Er hielt Ausschau nach seiner zweiten Hälfte, die ihn wieder vervollkommnen und von dem Schmerz befreien würde.

Der Kugelmenschen-Mythos als Bild der bedingungslosen Liebe?

Grosse Metallkugel in der Grün 80

Könnte diese alte Geschichte vielleicht der Schlüssel zur bedingungslosen Liebe darstellen?

Sicherlich sollte man die Tatsache, dass es sich bei diesen Kugelmenschen lediglich um ein Gedankenexperiment handelt, nicht außer Acht lassen.

Aber, mal angenommen, dass es zwei Hälften gelänge wieder zueinander zu finden um sich zu vereinigen, wäre diese Beziehung dann bedingungslos? Es wüchse ja nur zusammen, was von Anfang an schon zusammengehörte.

Das einzige, was hier an Bedingungen geknüpft wäre, wäre die Art und Weise des Wiederfindens. Wie, wann und wo träfen diese zwei Hälften aufeinander und wäre es ihnen möglich, sofort wieder zu einem ganzen zu verschmelzen?

Diese Fragen sind vermutlich entscheidend dafür, ob und wie diese beiden nicht existenten Wesen wieder zusammenkämen, sagten aber nichts über ihre Beziehung zueinander oder ihre Liebe füreinander aus.

Dadurch würde diese Liebe also zu etwas vollkommen natürlichen. Dieses Empfinden wird so also zu nichts was an Bedingungen geknüpft ist, sondern vielmehr zu etwas was als natürlich gegeben und damit auch als bedingungslos vorhanden angesehen werden kann.

Somit liegt die bedingungslose Liebe theoretisch wenigstens im Bereich des Möglichen.

Was ist bedingunglose Liebe für einen Menschen?

Oon mit einem streuenden Hund

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Angst.

Schaut mal wie die kleinen Kinder Spielen. Sie denken beim spielen nicht an die Zukunft oder an die Vergangenheit, sie Leben im Hier- und Jetzt.

Nachdem der theoretische Aspekt der bedingungslosen Liebe anhand des Kugelmenschen-Mythos ausreichend thematisiert wurde gilt es nun, sich der praktischen Frage zuzuwenden, ob diese Liebe für uns Menschen infrage kommt.

Schließlich handelt es sich bei uns nicht um mythische Wesen, die durch einen Gott getrennt wurden, obwohl sie eigentlich zusammengehören.

Dieser Umstand zwingt uns dazu, nach einem richtigen Partner Ausschau zu halten. Das Verhalten, dass wir dabei an den Tag legen, beeinflusst in jedem Fall unsere Außenwirkung.

Trifft dieses Verhalten bei unseren Mitmenschen auf Akzeptanz könnte sich in jedem Fall eine Freundschaft entwickeln.

Wenn diese Akzeptanz sich später in Zuneigung verwandelt, können wir getrost davon ausgehen, dass sich daraus noch mehr entwickelt.

Aber kann man bei einem Menschen wirklich von beidseitiger bedingungsloser Liebe ausgehen?

Ist es nicht viel eher so, dass das Verhalten eines Menschen sich mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten ändert?

Auf diese Weise änderten sich zwar nur die äußeren Lebensumstände, doch wenn diese zu einer Verhaltensänderung führten, mit der der Partner nicht glücklich wäre, würde die Liebe dann noch bestand haben und damit bedingungslos bleiben?

Spätestens seit der Aufklärung haben die Menschen begonnen ihre Handlungen zu hinterfragen. Gleichzeitig wünschten sie sich auch von jedem Zwang befreit zu sein.

Seit der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts hat die individuelle Freiheit und damit auch das individuelle Glück an Bedeutung gewonnen.

Deshalb kommt es immer häufiger vor, dass der Mensch offen nach etwas besserem strebt.

Dieses Streben nach dem Idealzustand macht auch vor einer auf Liebe basierenden Beziehung nicht halt.

Die zu Anfang wie selbstverständlich gewährte Liebe wird überdacht und scheint auf einmal nicht mehr ganz so selbstverständlich.

Wenn Vernunft und Verstand sich einschalten, muss die Liebe in einer Partnerschaft nicht leiden. Aber sie hört auf, bedingungslos zu sein. Denn irgendwann beginnen wir Menschen in unseren Beziehungen Kompromisse zu suchen.

Zwar ist dies ein Zeichen von Akzeptanz und Wertschätzung für den Partner, zeigt aber gleichzeitig auch, dass die Liebe Bedingungen braucht um fortbestehen zu können.

Wenn man also fragt: Was ist bedingunglose Liebe für den Menschen, muss man den Gedanken akzeptieren, dass eine solche Liebe wenn überhaupt nur in einem Anfangsstadium einer Beziehung möglich wäre.

Die Heilkraft – Was ist bedingungslose Liebe?

Seerose Lotusblume

Gefühle wie Glück, Hoffnung und Freude, Begeisterung und Gelassenheit fördern nachweislich die Gesundheit: Optimismus und Zuneigung lindern Schmerzen und helfen bei der Heilung.

Bedingungslose Liebe

Interview mit Veit Lindau anlässlich des Erscheinens seines Buches „Wer LIEBT hat ALLES“

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