Nasruddin der Geschäftsmann

Der unermüdliche Viehhändler

Die Esel-Ethik- und Moral Geschichte

Täglich erscheint Nasruddin auf dem Marktplatz und bietet Esel an, und zwar weit unter dem Preis, den der Grosshändler daneben fordert. Die ersten Tage zieht der mit, weil er meint, dem kleinen Händler wird bald die Puste ausgehen.

Die Esel und die Moral1 Nasruddin der Geschäftsmann

Die Esel-Ethik- und Moral Geschichte

Aber Tag für Tag erscheint Nasruddin, und Tag für Tag unterbietet er die normalen Preise für Esel um einiges. Jetzt wird es dem Grosshändler zu dumm, er geht mit dem Preis weit unter die Selbstkosten, um diesen lächerlichen Preiskrieg möglichst schnell zu beenden.  Aber es nützt nichts. Jeden Tag erscheint Nasruddin und unterbreitet den Superpreis des Grosse, und morgen wieder und übermorgen und so fort.

Schliesslich hält es der Grosse nicht mehr aus. Er lädt Nasruddin ins Café ein und spricht mit ihm. “Hör mal”, sagte er, “ich will ehrlich mit dir sein. Ich begreife deine Strategie nicht. Ich habe einen total durch rationalisierten Grossbetrieb, ich baue das Futter für die Tiere, die ich selbst züchte, ebenfalls selber an. Meine 150 Sklaven wurden gut und straff durchorganisiert. Ich verkaufe seit zwei Wochen schon unter Selbstkosten, habe also nicht einmal mehr den Deckungsbeitrag. Und trotzdem bleibst du im Preis drunter! Wie machst du das?”

Nasruddin zuckte die Achseln: “Ach weisst du, es wirklich ganz einfach. Du stiehlst die Arbeitskraft deiner Sklaven, und ich stehle Esel.”

Quelle: Vera F. Birkenbihl Rhetorik

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Humor – Schilderung einer kuriosen, ungewöhnlichen Pointe

Eine Begebenheit mit einer lustigen Pointe

Tja, Worte sind nicht gleich Worte. Eine 100 prozentige Gedankenübertragung gibt es im wahrsten Sinn des Wortes nicht. Die unten eingefügte Geschichte zeigt das anschaulich.
Was kann man daraus lernen?
Der Ton macht wirklich den Humor aus icon smile Humor   Schilderung einer kuriosen, ungewöhnlichen Pointe

Anekdode Humor   Schilderung einer kuriosen, ungewöhnlichen Pointe

Anekdote, Geschichte, Pointe,

Als Brigadegeneral musterte Wrangel einst Truppen, unter denen sich viele Polen befanden. Dabei richtete er gewöhnlich ganz bestimmte Fragen an die einzelnen, nämlich nach dem Lebens- und Dienstalter, ob sie richtig ihre Löhnung erhielten usw.
Da man nun wusste, dass die Polen die Fragen nicht verstehen würden, so dressierte man sie für bestimmte Antworten.
Ein Pole war nun folgendermassen unterrichtet worden:
Auf Frage 1: »Wie alt bist du?« soll er antworten: »Zwanzig Jahr, Herr General!«
Auf Frage 2: »Wie lange dienst du?« – »Zwei Jahre, Herr General!«
Auf Frage 3: »Hast du immer Brot und Löhnung richtig erhalten?« – »Beides richtig, Herr General!«
Als der General nun an diesen Mann herantrat, fragte er mal in einer andern Reihenfolge wie gewöhnlich.

Der Pole scherte sich aber um die Fragen gar nicht, sondern wiederholte im Stillen immer die eingelernten Antworten:
»Schwanssik Jarreh, Herr General! – Schwei Jarreh, Herr General! – Beides richtik, Herr General!«
So entwickelte sich nun zwischen dem General Wrangel und dem Polen folgendes Zwiegespräch:
»Nun, wie lange dienst du, mein Sohn?« – »Schwanssig Jarreh, Herr General!«
»Donnerwetter, wie alt bist du denn schon?« – »Schwei Jarreh, Herr General!«
»Na, Kerl, bist du verrückt oder bin ich es?« – »Beides richtik, Herr General!«

Quelle: Unbekannt

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Fabel aus Asien – Der Affe als Richter

Der Affe als Richter

Früher, als fast noch alle Tiere frei herumliefen und erst wenige von ihnen bei den Menschen wohnten, lebten im Haus eines Gelehrten ein Hund und eine Katze.

Eines Tages hatte der Gelehrte einen frisch gebackenen Kuchen geschenkt bekommen. Da er für ein paar Stunden das Haus verlassen mußte, stellte er ihn zur Sicherheit auf ein Brett, das an der Wand hing.

Die Katze hatte den Gelehrten aufmerksam beobachtet, und kaum war dieser zur Tür hinaus, sprang sie auf den Korbsessel, der am Fenster stand, von dort auf den Tisch, und von dort wagte sie den weiten Sprung auf das Brett.

Der Nagel, der das Brett mit einem Bambusgeflecht nur notdürftig verband, war diesem Ansturm nicht gewachsen. Polternd stürzte das Brett mit dem Kuchen und der Katze zu Boden.

Der Hund hatte sich schläfrig in der Sonne ausgestreckt und auf die Rückkehr seines Herrn gewartet. Bei dem plötzlichen Getöse fuhr er erschreckt auf und sauste in das Zimmer. Als er den wohlduftenden Kuchen in den Fängen der Katze sah, sprang er auf sie zu und wollte ihn ihr entreißen. Die Katze wehrte sich fauchend und verpaßte ihrem Hausgenossen einen kräftigen Schlag auf die Nase. Der Hund jaulte auf.
Ein Affe turnte gerade über die Gartenmauer und blickte neugierig zum Fenster hinein. »Warum streitet ihr zwei euch bei einem so herrlichen Wetter?« fragte er belustigt.

Der Hund bellte wütend: »Diese nichtsnutzige diebische Katze hat unserem Herrn seinen Kuchen stibitzt!« – »Was geht dich das an?« maunzte die Katze böse. »Während du faul in der Sonne gedöst hast, habe ich mich sehr geplagt. Ich habe mir den Kuchen mühsam verdient!«

»Unverschämtes, eigennütziges Biest«, knurrte der Hund, »glaubst du, du kannst den Kuchen allein essen? Er gehört unserem Herrn, ich habe also auch ein Anrecht darauf.«

»Hört auf zu streiten!« sagte der Affe. »Ist der Kuchen nicht groß genug für euch beide? Ich sehe dort auf dem Tisch eine Waage stehen. Ich werde euch die Beute in zwei gleiche Stücke teilen.«

Die Katze und der Hund waren damit einverstanden. Aufgeregt verfolgten sie, wie der Affe den Kuchen durchbrach und die eine Hälfte auf die eine, die zweite Hälfte auf die andere Waagschale legte. Die eine Waagschale plumpste hinunter. »Das Stück ist wohl etwas zu schwer«, meinte der Affe mit ernsthafter Miene, bröckelte ein paar Krumen davon ab und steckte sie genüßlich in den Mund.

Hund und Katze sahen erwartungsvoll zu, wie sich die Schale langsam wieder hob. »Jetzt ist es gut!« rief der Hund. »Nein!« sagte der Affe streng. »Das Kuchenstück ist noch etwas zu schwer. Man soll mir nicht nachsagen, daß ich ein ungerechter Richter bin.«

Mit diesen Worten brach er noch ein kleines Stück von dem Kuchen ab, und ließ es in seinen Mund wandern. Aber er hatte zuviel genommen, denn jetzt sank die andere Waagschale hinunter.

Affe als Richter by tokamuwi pixelio.de  263x344 Fabel aus Asien   Der Affe als Richter

Quelle: tokamuwi / pixelio.de

Der Affe murmelte ein paar unverständliche Worte und begann von dem zweiten Stück Krümel für Krümel abzubrechen und behaglich in den Mund zu schieben, bis die beiden Waagschalen sich nach und nach wieder näherten. Im letzten Augenblick nahm er nochmals zuviel von dem größeren Kuchenstück, so daß dieses jetzt kleiner wurde als das andere und die Waagschale sich hob. Er mußte seine Arbeit von neuem beginnen.

Dieser Vorgang wiederholte sich so lange, bis eine Waagschale schließlich ganz leer war und auf der anderen nur noch ein Stückchen lag.

Da wurde er böse und schimpfte mit dem Hund und der Katze: »Wegen solch einer lächerlichen Kleinigkeit zankt ihr euch und bemüht mich als Schiedsrichter? Ihr sollt euch schämen! Damit nun endgültig Frieden herrscht, esse ich das Kuchenstückchen selber auf.« Er steckte auch noch den letzten Happen in seinen Mund und schwang sich aus dem Fenster. Der Hund und die Katze sahen ihm verdutzt nach.

»Das hast du nun davon!« fauchte die Katze. »Warum bist du auch so geizig gewesen«, knurrte der Hund und trottete zurück an seinen Sonnenplatz. »Man kann sich auf niemanden mehr verlassen«, brummte er und schlief wieder ein.

Fabel aus Asien

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