Wie war das früher mit der deutschen Sprache

Die neue „Deutsche Sprache“

Das stille Örtchen

Die Veramerikanisierung der deutschen oder schweizerischen Sprach- oder Sprechkultur ist längst kein Phänomen von heute oder gar morgen. Eine schlichte Veranstaltung ist längst zu einem Event geworden, ein Fest zu einer Party. Beides findet vornehmlich in einer Location statt. Die Besucher sind People oder die Crowd. Und warum ist man dort? Zum Chillen (Herumhängen) oder Shaken (Tanzen) oder für ein bisschen Smaltalk. Und man trinkt Drinks und isst Snacks und fühlt sich eigentlich noch ganz easy oder cool dabei. Globalisierung eben, und dagegen  mag ja auch nichts zu sagen sein. Und selbst wenn mir die Blase drückt in einem Oberbaselbieter Restaurant, und die Tür zur Erleichterung ist mit „Gents“ beschildert, handle ich mit Selbstverständlichkeit und ohne zu überlegen.

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Das stille Örtchen

Einer älteren Dame ging es aber anders. Wie ich aus eben aus genannten Örtchen (oder eben Location) stolpere, läuft sie mir fast in die Arme. Ihre zusammengekniffene Beine zeugen von der Dringlichkeit eines Bedürfnisses, das keiner näheren Beschreibung bedarf. Ich sehe sie, sehe die beiden Türen, auf denen „Ladies“ und eben „Gents“ steht, sehe wieder sie, ihren verzweifelten,  fragenden Blick – und verstehe. Ich lächle und zeige auf die Ladies Tür. Dankend und gequält lächelt sie zurück – und ich mache mich aus dem Staub. Zurück am Tisch bei meinem Schnitzel denke ich: Verfluchtes englisch überall! Dann frage ich mich: Weil ich doch aus der Herren-Toilette kam; hätte sie das nicht auf die richtige Spur lenken müssen. Einerlei. Sprache verändert sich eben. Heute Gängiges stammt teils auch aus fremden Gütern. Oder gingen unsere Ahnen schon auf dem Trottoir zur Toilette?
Quelle: Lucas Huber Oberbaselbieter Zeitung

no Toilette no fun

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