Chinesische Parabel über Leben und Tod

Der Sinn des Lebens – Chinesische Parabel

Es war einmal ein etwas alter, verdorrter Baum, der in einem Walde im Hochland stand. Es schneite und es war eisig kalt.

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Eines Tages flog ein Vogel aus weiter Ferne auf ihn. Der Vogel war müde und hungrig, als er sich auf den Schultern des alten Baumes niederliess, um sich dort auszuruhen.

“Mein Freund, bist du von weit her gekommen?“ fragte der alte Baum den Vogel.
„Ja, ich bin von sehr weit hergekommen, ich bin auf der Durchreise, und möchte mich ein wenig ausruhen“, antwortete der Vogel.
“Ist es da schön, wo du herkommst?“ wollte der alte Baum wissen.

“Ja, dort ist es wunderschön. Es gibt Blumen, Gräser, Ströme und Seen. Dort gibt es auch viele Freunde – Fische, Hasen, Eichhörnchen und wir leben sehr glücklich miteinander. Es ist dort auch sehr warm, nicht so kalt wie hier.“

“Oh, wie ich sehe, bist du sehr glücklich! Hier ist es nicht warm – das Wetter ist oft sehr kalt. Ich habe diesen Platz niemals verlassen, auch habe ich nicht irgendwelche Freunde, mein Leben ist sehr hinterwäldlerisch“, seufzte der alte Baum.
„Oh du Unglücklicher! Wie einsam muss wohl dein Leben sein und das bisschen Wärme, das du kennst, ist viel zu wenig“, seufzte das Vögelchen emotional.
Genau da schritten einige Leute durch den Wald, frierend und müde.

„Wenn wir nur ein wenig Feuer hätten, könnten wir etwas braten und würden uns wohl fühlen“, sagte einer von ihnen.

Plötzlich entdeckten sie den alten, verdorrten Baum. Begeistert gingen sie zu dem alten Baum.
Als das Vögelchen die Äxte in ihren Händen sah, flog es rasch auf einen anderen Baum.
Einige von ihnen hoben ihre Äxte und fällten den Baum. Dann zerhackten sie ihn zu Feuerholz.
Kurz danach hatten sie trotz Eis und Schnee ein loderndes Feuer entfacht. Die Leute sassen um das Feuer herum und genossen die Wärme. Da sie nun nicht mehr froren, lächelten sie alle zufrieden.

„Was für ein bedauernswerter alter Baum!“ rief das Vögelchen laut. „Zuvor warst du so einsam, lebtest allein in dieser eisigen Welt!“
Inmitten der Flammen lächelte der alte Baum: “Mein Freund, bedauere mich nicht. Ganz gleich, wie einsam ich in der Vergangenheit war, so haben es doch in dieser Welt zumindest einige Lebewesen durch mich warm.“

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